Das Jahr fängt gut an in puncto Drittmittel für die Technische Universität Dortmund: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt die Forschergruppe »Schutz- und Leitsysteme zur zuverlässigen und sicheren elektrischen Energieübertragung«. Rund 1,9 Millionen Euro stellt die DFG zunächst für drei Jahre für die Forschergruppe zur Verfügung. Geleitet wird sie von Prof. Christian Rehtanz, Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und Energiewirtschaft.
Am 4. November 2006 kam es zu einem der größten Stromausfälle in der Geschichte Europas: Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Spanien waren teilweise bis zu zwei Stunden ohne Strom. Der Grund: Vor der Abschaltung einer Hochspannungsleitung wurden die Auswirkungen nicht richtig berechnet, eine Leitung nach der anderen wurde wegen Überlastung abgeschaltet, zum Schluss lagen weite Teile des europäischen Netzes brach. Solche Katastrophen wollen Prof. Rehtanz und seine Dortmunder Kollegen aus der Elektrotechnik und Kommunikationstechnik, der Informatik und der Statistik in Zukunft verhindern.
Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und der Stromhandel führen zu einer steigenden Auslastung der Übertragungsnetze. Gleichzeitig wird der Netzbetrieb unruhiger und damit empfindlicher gegenüber Störungen. Um vor diesem Hintergrund die Sicherheit und Zuverlässigkeit der hochkomplexen Energieübertragungssysteme weiterhin zu gewährleisten und die Kommunikation und Interaktion der großräumig verteilten Systembestandteile auch im Krisenfall sicherzustellen, sind neue schutz- und leittechnische Konzepte erforderlich. Diese sollen durch die Forschergruppe so gestaltet werden, dass insbesondere großräumige Systemzusammenbrüche vermieden werden können.
Innerhalb der Fakultät sind folgende Professoren beteiligt:
| Prof. C. Rehtanz - Lehrstuhl ESW | Leitung der Forschergruppe, 3 Teilprojekte |
| Prof. C. Wietfeld - Lehrstuhl KN | 2 Teilprojekte |
| Prof. St. Kulig - Lehrstuhl EAM | 1 Teilprojekt |
| Prof. J. Goetze - AG Datentechnik | 1 Teilprojekt |

Gruppenbild: Feierstimmung bei der neuen DFG-Arbeitsgruppe